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Zockerliga – Wie sich ein Fußballprofi verzockte
18. August 2011 Rezensionen

Zockerliga ist gehobener Boulevard der Marke Stern. Schon der Untertitel: Ein Fußballprofi packt aus, geriert mindestens Crime und soll es auch. Die Kapitelunterteilungen sind wenig zimperlich und mit dem Holzhammer gedichtet. Das zeichnet das ganze Buch aus. Eine etwas in die Länge gezogene Sternreportage mit einem Schuss Gutmenschenanspruch. Aber nicht zu viel! Es geht ja um Fußball – den Sport für harte Wettkampftypen, die oft ganz, ganz, ganz einsam sind.

Eine Rezension von Frank Willmann

Wer ein einfühlsames Psychogramm bzw. eine detaillierte Dokumentation erwartet, ist schnell enttäuscht. Die Autoren wollen in ihrem Buch: „… darauf aufmerksam machen, dass exzessiv (sic!) betriebenes Glücksspiel den einzelnen Profi genauso gefährdet wie die Glaubwürdigkeit des gesamten Fußball“. Wusste gar nicht, dass unser Fußball noch eine Glaubwürdigkeit außerhalb des Werbeindustrie-Gelabers und der Sky-Kommentatorenloge besitzt. Na dann mal los!

Worum es geht? Naiver Dödel zockt aus Langweile, innerer Leere und Angeberei beim Poker, gerät in die Hände von Profis, die ihn als Freier erkennen. Er wird nach Strich und Faden ausgenommen. Als nix mehr zu holen ist, verticken sie ihn an professionelle Wettbetrüger, die ihn zur Manipulation bei Fußballspielen einsetzen. Er wird erwischt, weint viel und wird fett. Aua! Mehmet ist schuld! Seine Freundin weiß auch nicht mehr weiter. Seine Mutter sagt was dazu.

Viel Sympathie empfindet man für den gedankenlos agierenden und einfach gestrickten Exprofi Schnitzler nicht, der meist aus Triebbefriedigung und Großmannssucht agiert. Wenigstens verrät das Buch nicht viel mehr über ihn, eventuell ist das ja schon alles. Eine traurige, eine armselige Existenz, eine arme Sau, die zufällig eine Weile Profifußballer war und so in den Fokus der sogenannten Öffentlichkeit geriet.

Ein Buch für kommende hoch explosive und dramatische Journalisten und solche, die es werden wollen.

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