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Geschrieben von Stephan am 25. Januar 2021

Die Fans der Geißböcke kommen aus dem Zittern nicht heraus. Allzu frisch sind noch die Erinnerungen an das Ende der Spielzeit 2017/2018, als der 1. FC Köln unrühmlich auf dem letzten Tabellenplatz in der Bundesliga landete und gemeinsam mit dem bis dato ununterbrochen erstklassigen HSV aus dem Oberhaus abstieg.

1. FC KölnQuelle: pixabay.com

Noch sind die Kicker vom Tabellenende zwar entfernt, aber die Unberechenbarkeit ihrer Spielergebnisse, die sie unter den Wetttipps heute vielen Sportfans als vielversprechendes Risiko erscheinen lassen mögen, sind für die Anhänger des Traditionsvereins und die Kicker samt Trainer Markus Gisdol nervenaufreibend. Zu viele Spiele sind in den letzten Wochen torlos geblieben, um das Gespenst des Abstiegs mühelos abschütteln zu können.

Dabei gehören die Geißböcke zu den Gründungsmitgliedern der 1962 ins Leben gerufenen Bundesliga. In der unangefochten vom Rekordmeister Bayern München angeführten ewigen Tabelle der Bundesliga liegt der 1. FC Köln auf einem beachtlichen neunten Tabellenplatz nur knapp hinter Eintracht Frankfurt. Direkt vor der Einführung der Bundesliga waren sie Vizemeister in der Oberliga West gewesen und das Jahr davor sogar Meister.

Der erste Meistertitel in der Bundesliga ging unter Trainer Georg Knöpfle nach Köln. Zwar dauerte es bis 1977/1978, ehe sie unter Coach Hennes Weisweiler diesen Erfolg wiederholen konnten, aber ernsthaft in Gefahr waren die Geißböcke bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts nicht. Doch dann kam 1998/1999 der erste Abstieg aus der Erstklassigkeit. Der Aufenthalt in der 2. Liga dauerte zwar nur zwei Saisons lang an, aber mit der Stabilität der Vereinsergebnisse ist es seitdem aus.

Der 1. FC Köln hat sich seit dem ersten Absturz in eine Fahrstuhlmannschaft entwickelt. Sechs Mal mussten sich die Geißböcke bereits aus der 1. Bundesliga verabschieden. Doch genauso groß wie die Volatilität ist auch der Siegeswillen geblieben. Statt sich nach schmerzhaften Niederlagen die Wunden zu lecken, haben sich die Kicker stets bereits am Abstiegstag den Wiederaufstieg auf die Fahnen geschrieben.

Der Wiederaufstieg 2000/2001 hielt zwar nur genauso lange an wie zuvor die Zweitklassigkeit, aber die Kölner hatten unter Trainer „Zettel-Ewald“ Lienen der deutschen Fußballwelt bewiesen, was in ihnen steckte. Bereits am fünftletzten Spieltag in ihrer 2. Bundesliga-Saison konnte ihnen das Ticket in die 1. Bundesliga niemand mehr nehmen.

Den gleichen ungebrochenen Kampfesgeist zeigten sie zwei Jahre später, als sich erneut in der Zweitklassigkeit fanden. Sage und schreibe 26 Spieltage lang blieben die Geißböcke ungeschlagen, und auch wenn sie letztendlich nur den Vizemeistertitel holen, waren sie damit dennoch auf dem Heimweg in das Oberhaus. Dort konnten sie die Hoffnungen ihrer Fans zwar nicht erfüllen und landeten erneut am Tabellenende, aber inzwischen galt schon fast als ausgemacht, dass es sich auch dabei wieder nur um einen sehr vorübergehenden Abschied aus der Erstklassigkeit handeln würde.

Quelle: pixabay.com

Dass das am Ende der Saison 2004/2005 Wirklichkeit wurde, hatten die Kölner unter anderem ihrem Spitzenspieler Lukas Podolski zu verdanken. Allein 24 Tore gingen auf das Konto des Riesentalents, der dem Verein auch nach dem Abstieg die Treue gehalten hatte. Im Sommer 2006 ließ sich Podolski allerdings von Bayern München abwerben, um drei Jahre später nach Köln zurückzukehren.

Der wieder gewonnene Platz im Oberhaus konnte erneut nur eine Saison lang gehalten werden, ehe es für zwei Jahre zurück in die zweite Liga ging. Danach hielt der Club sich immerhin für vier Jahre bis zum Ende der Saison 2011/2012, in der 1. Bundesliga. Danach folgte erneut der Abstieg für zwei Jahre, ehe es für weitere vier Saisons nach oben ging. Der Aufenthalt in der Zweitklassigkeit im Fußballjahr 2018/2019 war bislang der Letzte. In Köln wird seitdem inständig gehofft, dass es auch dabei bleibt und die Fahrstuhlmannschaft auf Dauer oben angekommen ist.

Dabei sind die Geißböcke bei Weitem nicht die einzigen Kicker, deren Schicksal zwischen Erst- und Zweitklassigkeit regelmäßig zum Fußballdrama wird. Genauso oft wie die Kölner hat Hannover 96 den Abstieg und Wiederaufstieg geschafft, auch wenn ihr Rekord bei 14 ununterbrochenen Jahren nach der Rückkehr in die 1. Liga lag. Derzeit spielen die Niedersachsen in der 2. Bundesliga.

Besonders tief runter und dann wieder hoch hinaus ging es für Fortuna Düsseldorf, die lange Zeit als die Fahrstuhlmannschaft schlechthin galten. Derzeit spielen sie nach zwei Jahren im Oberhaus seit 2020/2021 wieder in der 2. Liga, aber auch in der 3. und sogar 4. Liga waren sie lange Zeit Zuhause. Sechs Aufstiege und fünf Abschiede haben sie auf dem sportlichen Konto.

Der VfL Bochum, der es auf sechs Aufstiege und ebenso viele Abstiege gebracht hat, wechselte wie Köln lange Zeit alle paar Jahre die Ligazugehörigkeit, aber seit einem Jahrzehnt behauptet sich der Verein trotz einiger Zitterpartien in der 2. Liga.

Bereits acht Mal hat Arminia Bielefeld den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft. Allzu sicher ist ihre Position dort allerdings auch nicht.

Die unbestrittene Nummer Eins unter den Fahrstuhlmannschaften in der Bundesliga ist der 1. FC Nürnberg. Insgesamt 17 Mal hat der Meister von 1967/1968 die Ligazugehörigkeit gewechselt. Derzeit spielt der Verein in der 2. Liga.

Sollte Köln in der Relegation oder sogar auf einem Abstiegsplatz enden, können sich Verein und Fans damit trösten, dass für die Geißböcke bisher jeder Abschied aus dem Oberhaus nur für kurze Zeit galt. Und bis zum Ende der Saison kann noch viel geschehen.

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