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Geschrieben von Stephan am 17. Februar 2010

Mit ‚Die Jugendkultur der Ultras‘ von Marcus Sommerey erscheint die nächste wissenschaftliche Ausarbeitung zum Thema Ultras. Zielsetzung des Buches soll unter anderem die Klärung der Forschungsfrage sein, ob von Ultras eine überdurchschnittliche Gefahr ausgeht.

Eine Rezension von Ingo Braun

Die Jugendkultur der Ultras Wie gewöhnlich beginnen wissenschaftliche Ausarbeitungen bei Adam und Eva und arbeiten sich langsam bis in die Gegenwart vor. Irgendwann landet der Leser bei der typischen Klassifizierung der Fußballfans in die verschiedenen Kategorien. Dabei haben sich in der Literatur drei Klassifikationsmodelle durchgesetzt, das der Soziologen Heitmeyer/Peter (konsum-, fußball-, erlebnisorientiert), das der Ordnungskräfte (Kategorie A, B und C) und das des selbsternannten Gewaltforschers Pilz (Normalos, Kutten und Hooligans).

In Kapitel 4 folgt eine kurze Beschreibung der größten Stadionkatastrophen der Fußballgeschichte und welche Folgen diese für Stadiongänger mit sich brachten. Im fünften Teil des Buches ergründet Sommerey die Wurzeln der aus Italien kommenden Ultra-Bewegung und wie sich darüber das Selbstverständnis deutscher Ultra-Gruppen anfangs definierte und später weiterentwickelte. Seine Schlussfolgerungen zur Einstellung deutscher Ultras gegenüber Politik und Gewalt zieht er dabei aus der spärlichen Literatur und den Statements auf den Websites verschiedener Ultragruppen. Neben den deutschen Ultras gibt er noch einen kurzen Ausblick auf Ultragruppen in anderen europäischen Ländern, sowie auf Ultras beim Handball, Eishockey und Basketball.

Zum Schluss zieht er das Fazit zur Zielsetzung des Buches und stellt fest, dass nichts im Leben nur schwarz-weiß ist und von der deutschen Ultrabewegung keine pauschale Gefahr für andere Stadiongänger oder die Gesellschaft ausgeht. Man merkt dem Autor durchaus an, dass er sich persönlich für das Thema interessiert und sein Fazit eher Pro-Ultra zieht.

Die Internetseiten verschiedener Gruppen als Informationsquelle zu nutzen, halte ich noch für ok, da jede Gruppe selbst für die vermittelten Inhalte verantwortlich ist. Für problematisch halte ich nur die Nutzung teilweise veralteter Literatur. An der soziologischen Betrachtung von Jugendsubkulturen hat sich in den letzten Jahrzehnten vermutlich nicht viel geändert, aber die Ultrabewegung in Deutschland ist seit ihrer Entstehung in einem stetigen Wandel. Die Informationen aus einem 2001 erschienen Artikel im Magazin ‚11 Freunde‘ sind 2010 bereits veraltet und wenn im Jahr 2007 in der WAZ in einem Artikel geschrieben wurde, dass in Italien bei der Nutzung von pyrotechnischen Artikel ein lockerer Umgang herrscht, dann ist auch dieses aufgrund der dortigen Entwicklungen der letzten Jahre längst hinfällig. Das ändert zwar nichts am Ergebnis der Arbeit, aber dann sehe ich auch nicht die Notwendigkeit sich auf solche Quellen zu beziehen.

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3 Kommentare zu “Die Jugendkultur der Ultras von Marcus Sommerey”

  1. 24,90€ sind echt viel. Aber wie auch der Kurvenfunk der Ultras aus Nür. gesagt hat, lesenswert. Das Buch gibt nen kompletten Überblick übere unsere Szene. Dazu kommt das Teil… Zur Entstehung das Fans… den find ich am Besten. Außerdem der Szenenüberlick der anderen Länder.

  2. Das Buch von Sommerey wird momentan in jeder Kurve diskutiert. Es ist wohl DAS Buch welches am meisten Bedeutung zugemessen wird. Ich selbst habe es schon gelesen und halte die Rezession für angemessen. Endlich mal jemand der nicht nur auf die heutige Jugend darauf haut.

  3. Auch nach zwei Jahren der Veröffentlichung immer noch aktuell. Die dargelegten Vorraussagen haben sich, so wie es Sommerey schreibt, bestätigt.

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