Noch vor dem Wochenende ist Nachschub für Groundhopper eingetroffen: Die elfte Ausgabe des saarländischen Groundhopping-Fanzines Saarboteur liegt inzwischen in den Lagerräumlichkeiten vor. Auf 168 farbigen Seiten blicken die Macher auf ihre Reisen und Fußballerlebnisse aus der Saison 2025/26 zurück. Zwischen Juli 2025 und Juni 2026 wurde dabei wieder eine beachtliche Zahl an Stadien, Sportplätzen und Fußballplätzen besucht.
Von Europa bis in die Karibik
Die Reiseroute der beiden Autoren führte diesmal durch insgesamt 15 Nationalverbände und damit weit über die klassischen Groundhopping-Ziele hinaus. Neben Albanien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kosovo, Luxemburg, Moldau, Nordmazedonien, der Schweiz und Tschechien fanden auch Costa Rica sowie die französischen Überseegebiete Guadeloupe und Martinique ihren Weg in die neue Ausgabe.
Dabei steht nicht zwangsläufig das Spiel im Mittelpunkt, das bereits vorab die größte Aufmerksamkeit verspricht. Vielmehr sind es häufig die Begegnungen abseits der großen Fußballbühnen, die den besonderen Reiz der Berichte ausmachen. Ein Testspiel in Costa Rica, das lediglich eine Handvoll Zuschauer anlockte, gehört ebenso zum Reiseprogramm wie ein Derby in einem französischen Übersee-Département. Mit dem Stadtduell in Sofia findet sich zudem ein Spiel aus einer europäischen Hauptstadt im Heft wieder. Die Bandbreite reicht damit von international bekannten Schauplätzen bis zu Fußballplätzen, die wohl kaum auf der klassischen touristischen Landkarte zu finden sind.
Auch bei Frost und Flaute wird hingeschaut
Zum Groundhopping gehören allerdings nicht nur exotische Ziele und besondere Spiele. Gerade die weniger glamourösen Termine machen einen erheblichen Teil des Erlebnisses aus. Die Saarboteur-Autoren lassen deshalb auch Partien nicht aus, bei denen eisige Temperaturen, überschaubare Zuschauerzahlen oder eine eher bescheidene Atmosphäre das Geschehen bestimmen. Statt solche Erlebnisse einfach abzuhaken, werden sie mit dem für ein Fanzine typischen Blick für Details und einer ordentlichen Portion Selbstironie aufbereitet.
Genau daraus entsteht der besondere Charakter der neuen Ausgabe. Wo andere Berichte möglicherweise nur von einem unspektakulären Fußballnachmittag erzählen würden, suchen die Saarboteur-Macher nach den Geschichten rund um das Spiel. Das kann eine skurrile Anreise sein, ein ungewöhnlicher Ground, eine bemerkenswerte Begegnung oder schlicht die Frage, weshalb man sich bei winterlichen Temperaturen überhaupt freiwillig auf einen Sportplatz stellt.
168 Seiten Rückblick auf eine intensive Saison
Der Umfang der elften Ausgabe unterstreicht, wie ereignisreich die vergangene Saison für die beiden Schreiber gewesen sein muss. 168 komplett farbige Seiten sind das Ergebnis der Reisen zwischen Juli 2025 und Juni 2026. Inhaltlich spannt das Heft einen weiten Bogen über 15 bereiste Nationalverbände und verbindet bekannte Fußballorte mit Zielen und Spielen, die selbst eingefleischten Groundhoppern nicht zwangsläufig geläufig sein dürften.
Mit der Nummer 11 setzt der Saarboteur damit seine Reise fort und liefert erneut eine umfangreiche Dokumentation einer Saison, in der offenbar reichlich Material für Geschichten, Bilder und Erinnerungen zusammenkam. Die neue Ausgabe zeigt einmal mehr, dass Groundhopping nicht ausschließlich von großen Stadien, ausverkauften Rängen oder sportlicher Bedeutung lebt. Manchmal entsteht der interessanteste Bericht eben dort, wo außer den eigenen Mitreisenden kaum jemand hinschaut.