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Geschrieben von Stephan am 22. Oktober 2010

Nach seiner in Buchform veröffentlichten Diplomarbeit ‚Ultrakulturen und Rechtsextremismus‘ ist ‚Die Ultras‘ das zweite Werk von Jonas Gabler. Erfreulicherweise setzt sich der Autor in seinem zweiten Buch weiterhin sachlich mit dem Thema auseinander, jedoch nicht mehr ganz so formell wie in der Diplomarbeit, was dem Lesevergnügen zugutekommt. Der Autor hat sich ausgiebig mit dem Thema ‚Ultras‘ auseinandergesetzt und seine Bestandsaufnahme der aktuellen Strukturen der deutschen Ultra-Bewegung deckt sich durchaus mit der Eigendarstellung der meisten deutschen Gruppen.

Eine Rezension von Ingo Braun

Zunächst beschreibt er die Entwicklung der Fankultur in Deutschland, was ihn zwangsläufig zu den heute in den Kurven vorherrschenden Ultras führt. Über die Entstehung der Ultraszene in Italien stellt er die anhaltende Entwicklung der Ultras in Deutschland dar und greift dabei immer wieder Beispiele aus der Szene auf.

Die Ultras In dem Kapitel Kommerzialisierung steht die fortschreitende Entwicklung des Fußballgeschäfts von der Einführung der Bundesliga, Trikotwerbung, Champions League bis hin zu Dietmar Hopp im Fokus, und wie sich die Ultras dazu positionieren. Die Ausführungen zu Leverkusen und Wolfsburg zeigen zudem auch die Gesichtspunkte der Gegenseite auf.

Das Kapitel ‚Gewalt und Repression‘ hat es in sich, da es dem Leser vor Augen führt, wie der Staat, die Fußballverbände und – eigentlich noch viel schlimmer – die eigenen Vereine mit dem ‚Problem‘ Ultras umgehen. Neben der Zwiespältigkeit in Sachen Pyrotechnik wird dabei erfreulicherweise auch das Verhältnis zwischen Ultras und der Polizei näher beleuchtet und an Beispielen auch der unverhältnismäßige und rechtlich zweifelhafte Umgang der Einsatzkräfte mit den Fußballfans angeprangert. Das dies nicht die einzige Umgangsweise mit Fußballfans sein kann, wird in dem Teil ‚Soziales Engagement‘ oder beim Umgang der Ultras mit der Frage der politischen Ausrichtung verdeutlicht.

Die Rückschlüsse, die er in seiner Zusammenfassung schließt, sind zwar grundsätzlich diskussionsbedürftig, aber die eine Lösung zu den vorherrschenden Konflikten in der Ultrabewegung gibt es auch nicht.

Wer Spaß daran hat, sich auf sachlicher Ebene mit dem Thema Ultras in Deutschland zu beschäftigen, wird mit diesem Werk sicherlich zufrieden sein. Das Buch hat durchaus das Potential sich zum Standardwerk über die Jugendkultur ‚Ultras‘ zu entwickeln. Mir wäre es allemal lieber, die Cops würden solch ein Buch genauer studieren, als die Thesen des selbsternannten Gewaltforschers aus Hannover. Gemeinsam mit den ersten zwanzig Artikeln des Grundgesetzes wäre ‚Die Ultras‘ zudem die passende Lektüre für die BFE.

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