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Geschrieben von Stephan am 27. September 2019

Auf dem Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sind am heutigen Freitag wieder einige Entscheidungen gefallen, die nach Vorgesprächen so auch zu erwarten waren. So wurde Fritz Keller zum Nachfolger des im April gestürzten Reinhard Grindel zum Präsidenten gewählt. Der 62-Jährige Gastronom und Winzer war bisher Präsident des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg und will sich in Zukunft für eines besseres Verständnis zwischen Amateur- und Profifußball einsetzen.

Keller zur Seite werden die beiden 1. Vizepräsidenten Peter Peters, Geschäftsführer des FC Schalke 04, und Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), sowie Friedrich Curtius als Generalsekretär stehen. Der künftige DFB-Präsident wird jedoch weniger Macht innerhalb des Verbandes als bisher erhalten, da alle Aktivitäten, mit denen Geld verdient wird und dazu gehört auch Sport im TV, ausgelagert und künftig von der DFB GmbH verantwortet werden.

„Ich habe großen Respekt vor dem Amt, der Aufgabe und dem, was vor mir steht. Ich kann nicht mehr machen, als alles zu geben. Wenn so viele Leute meinen, dass ich da was bewegen kann, dann mache ich das gerne“, hatte Keller bereits vor der Wahl erklärt. Bei dieser gab es dann keinen Gegenkandidaten, da sich alle Seiten bereits im Vorfeld auf den Breisgauer geeinigt hatten.

„Den DFB professionalisieren und die Strukturen modernisieren kann nicht heißen, dass der Amateurfußball seine Mitwirkungs- und Teilhaberechte aufgibt. Ganz im Gegenteil! Teilhabe- und Mitwirkungsrechte heißt aber auch Verantwortung für das Ganze! Der Amateurfußball findet inmitten der vom Profifußball und anderen Großevents geprägten Mediengesellschaft nur Gehör, wenn er seine Stimmen bündelt und er sie im Haus des deutschen Fußballs auch gemeinsam erhebt“, ergänzte sein 1. Vizepräsident Koch.

Regionalliga wird reformiert, aber es gibt bereits Widerstand

Natürlich ging es auf dem Bundestag des DFB auch wieder um die Struktur der Regionalligen und vor allem deren Regelung zum Aufstieg in die dritte Liga. Dabei wurde entschieden, dass künftig die Meister der Staffel West und Südwest jeweils einen festen Aufstiegsplatz erhalten. Die Meister aus den Staffeln Bayern, Nord sowie Nordost müssen dagegen um die verbleibenden zwei Plätze kämpfen. Dabei soll künftig eine der drei Staffeln im Wechsel einen direkten Aufstiegsplatz erhalten und die anderen beiden Staffel-Ersten zwei Relegationsspiele, deren Austragungstage mit Sicherheit auch im Spielkalender kommender Sport Events und die übertragenden Sender stehen werden, austragen. Nur so konnten die drei Staffeln eine Verschmelzung auf nur noch zwei Staffeln vermeiden, was deutlich weitere Anfahrtswege für Spieler und Fans bedeutet hätte.

Wilhelm-Langrehr-StadionAmateurfußball, wie hier beim TSV Havelse, bildet die Basis des deutschen Fußballs.

Trotz dieser Einigung gibt es bereits Widerstand. Besonders im Nordosten sind die Verantwortlichen nicht zufrieden mit der Regelung und wollen ebenfalls einen festen Aufstiegsplatz für ihre Region. NOFV-Präsident Erwin Bugar betonte, dass er die Füße nicht stillhalten und einen neuen Prozess anstoßen will. Da eine Verschmelzung zu vier Regionalligen höchstwahrscheinlich nicht in Frage käme, bliebe wohl nur eine Erweiterung der dritten Liga von derzeit 20 auf 22 oder sogar 24 Mannschaften als Alternative übrig. Darüber kann künftig auch ein eigener ‚Ausschuss 3. Liga‘ beraten, deren Gründung auf dem Bundestag beschlossen wurde. Dessen Kernaufgabe soll es sein, die Liga systematisch weiterzuentwickeln.

Meister müssen nach Vorstellungen der Fans aufsteigen

Die Fanszenen haben indes ganz eigene Vorstellungen, wie die dritte und vierte Ligaebene künftig strukturiert sein könnte. Einem Zusammenschluss veröffentlichte eine Arbeitsgruppe ‚Fanszenen Deutschlands‘ ein Papier, nachdem die zweiten Mannschaften der Proficlubs in einen eigenen Wettbewerb ausgelagert werden sollen. Die daraus resultierende geringe Anzahl an Mannschaften soll dann in vier Staffeln aufgeteilt und deren Meister direkt in die dritte Liga aufsteigen. Dabei sollen die Staffel wie folgt gebildet werden:

Unterbau Regionalliga Nord: Bremenliga, Oberliga Hamburg, Oberliga Niedersachsen, Oberliga Schleswig-Holstein
Unterbau Regionalliga Nordost: Oberliga Nordost Nord, Oberliga Nordost Süd
Unterbau Regionalliga West/Südwest: Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, Oberliga Westfalen, Oberliga Niederrhein, Mittelrheinliga
Unterbau Regionalliga Süd: Bayernliga Nord, Bayernliga Süd, Oberliga Baden-Württemberg, Hessenliga

„Die zweiten Mannschaften hatten einmal den Zweck, Spielern aus der eigenen Jugend Spielpraxis in einer anspruchsvollen Liga zu bieten und sie dadurch an die Profimannschaft heranzuführen. Junge Spieler starten heutzutage jedoch immer früher ihre Profikarriere, sodass die Zweitvertretungen schon lange nicht mehr diese Aufgabe erfüllen“, ist dabei in dem Arbeitspapier zu lesen.

Ob jedoch jemals die Fans innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes Gehör erhalten, gilt als unwahrscheinlich. Der Verband schottet sich für gewöhnlich gegen jegliche Bestrebungen dieser Art ab und das obwohl viele Fans über ihre jeweiligen Vereine Mitglieder des Verbandes sind.

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