Damit hatten selbst langjährige Beobachter kaum noch gerechnet: Nach über achteinhalb Jahren Pause ist eine neue — die mittlerweile zehnte — Ausgabe des Saarboteur erschienen. Zu Beginn dieser Woche traf das druckfrische Heft im Lager ein und beendet damit eine ungewöhnlich lange Schaffenspause.
Ganz verstummt war das Projekt in den vergangenen Jahren zwar nie. Immer wieder entstanden Texte ohne klar definiertes Ziel — lose Wortsammlungen, spontane Eindrücke, kleine Episoden. Doch mit der Zeit häuften sich diese kreativen Phasen, parallel dazu stieg auch das persönliche Arbeitspensum der Autoren wieder an. Schließlich fiel die Entscheidung: Der Saarboteur kehrt zurück.
Das Ergebnis ist beachtlich. Die neue Ausgabe umfasst 144 farbige Seiten und zählt damit zu den umfangreichsten Veröffentlichungen der Reihe. Besonders bemerkenswert ist der hohe Anteil aktueller Inhalte: Viele der insgesamt 124 neutralen Spielbesuche stammen aus der Saison 2024/25, sodass trotz der langen Pause ein deutlicher Bezug zum aktuellen Geschehen hergestellt werden kann.
Inhaltlich bleibt der Saarboteur seinem bewährten Konzept treu. Im Mittelpunkt stehen erneut Besuche in kleinen, oft wenig glamourösen Sportstätten ebenso wie Eindrücke aus größeren Arenen — stets mit einem Blick für das Abseitige, Kuriose und Authentische. Berichtet wird über Begegnungen und Beobachtungen auf und neben dem Platz, unabhängig von Altersklasse oder Spielniveau.
Ein weiteres zentrales Element bilden ausführliche Reiseberichte. Besonders heraus ragen diesmal eine Stippvisite in Georgien sowie eine vierwöchige Rundreise durch den südostasiatischen Raum, die neben sportlichen Eindrücken auch zahlreiche kulturelle Erfahrungen liefert.
Damit knüpft der Saarboteur nahtlos an seine früheren Ausgaben an: eine Mischung aus Groundhopping, Reiseerzählung und detailverliebter Beobachtung abseits des Profifußballs. Für Leser, die Freude an ungewöhnlichen Spielorten, spontanen Touren und ehrlichen Eindrücken haben, dürfte die Rückkehr des Fanzines ein willkommener Anlass sein.
Ob es sich um ein einmaliges Comeback oder den Beginn einer neuen Veröffentlichungsphase handelt, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Der Saarboteur ist wieder da — und hat einiges zu erzählen.