Zum Ende der Woche ist die neue 54. Ausgabe vom Tornados Spezial aus Österreich eingetroffen. Wie so oft bei diesem Fanzine erwartet die Leser eine Mischung aus persönlichem Rückblick auf das Geschehen rund um den Verein, nerdigen Statistiken und klassischem Szenestoff.
Schon der Einstieg des Hefts spiegelt die verrückte Saison wider. Selbst die Macher können nicht genau erklären, wie es dazu gekommen ist – aber plötzlich steht der Verein im oberen Play-Off und ist dank des eigenwilligen Ligamodus wieder mitten im Titelrennen. Dieser schwer berechenbare Wahnsinn zieht sich bereits durch die gesamte Spielzeit. In gewohnt nahbaren Spielberichten wird die emotionale Achterbahnfahrt zwischen großen Meisterträumen und der teils bitteren Ernüchterung im Herbst 2025 noch einmal nacherzählt.
Typisch Fanzine ist das Heft diesmal außerdem besonders ‚nerdy‘ geraten. Ein Schwerpunkt widmet sich einer statistischen Kuriosität: Noch nie in der Vereinsgeschichte wurden in einer Saison so viele Strafstöße in Serie vergeben. Während alle Beteiligten hoffen, dass vom Punkt bald wieder getroffen wird, liefert das Heft gleichzeitig die passende Aufarbeitung dazu. Die Autoren haben die gesamte Geschichte des SCR rund um das Thema Elfmeter analysiert und auf den Punkt gebracht.
Auch die Vereinspolitik bekommt wieder Raum – allerdings mit einem etwas anderen Zugang. Statt trockener Analyse steht ein Interview im Mittelpunkt: Gesprächspartner sind Chris und Moriz, zwei mittlerweile etwas zurückgezogenere Größen der Fanszene, die heute ehrenamtliche Funktionen im Verein ausüben. Das Interview versucht, dieses sonst eher sperrige Thema humorvoll und greifbar aufzubereiten.
Damit richtet sich das Heft einmal mehr an Rapidler aller Tribünen – unabhängig davon, wo sie im Stadion stehen. Natürlich fehlt auch der klassische Szenestoff nicht: Berichte über Freundschaftsbesuche, zahlreiche Graffitifotos sowie weitere Eindrücke aus der Kurve runden die Ausgabe ab.
Mit Tornados Spezial 54 liegt damit wieder ein typisches Fanzine vor – persönlich, detailverliebt und mit einem guten Schuss Selbstironie.