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Geschrieben von Stephan am 2. Februar 2009

Wie ihr ja schon vielleicht durch die Südamerika-Spezial-Ausgaben des Grenzgängers mitbekommen habt, hat Talijan sein Herz an diesen unglaublich schönen Kontinent verloren. Nach seinem letzten Südamerika-Aufenthalt hat er dann den Entschluss gefasst, ein Infozine über Südamerika zu machen. Rausgekommen ist dabei die Erstausgabe von Pasión Latina, die am 9. Februar auf die Leser losgelassen wird.

Pasión Latina 1Das Heft wird kein Hoppingheft, sondern hat einen professionelleren Touch. Vielleicht kann man auch sagen, dass das Heft ‚journalistischer’ wird. Es wird viel um Fans, Gruppen und ‚Barras’ (so werden ultraähnliche Gruppierungen in Südamerika genannt) gehen, jedoch auch um den Sport an sich. Fernab vom kommerzialisierten Europa ist es hier oft der Sport, der absolut wahnsinnige und berichtenswerte Dinge produziert. Das Heft wird gemeinsam von dem Grenzgänger-Herausgeber TaliJan und Jan-Henrik Gruszecki (studierter Journalist und hat u.a. in Südamerika für Tageszeitungen gearbeitet) herausgegeben. In der Redaktion sitzt zudem Meike Ahlers. Meike ist die Autorin des Argentinien-Textes in der letzten Blickfang-Ultra-Ausgabe. Talijan hofft, dass ihnen dieser Spagat mit Jan-Henrik Gruszecki gelingen wird. Auch werden kleine Ausflüge in die Kultur und Geschichte von Ländern gebracht.

In der Erstausgabe von Pasión Latina wird es u.a. ein Story über ‚La Doce’ (der berüchtigten Barra der Boca Juniors), ein Interview mit der Barra ‚Los de Abajo’ (der Barra des chilenischen Spitzenclubs ‚Universidad de Chile’), eine Erklärung des komplizierten Ligasystems in Argentinien, einen Rückblick auf das Saisonfinale in Argentinien, einen Rückblick auf die Copa Südamericana sowie einen Rückblick auf die abgebrochene Saison in Uruguay geben. Das 64-Seiten starke, vollfarbige A5 Heft soll künftig alle zwei Monate erscheinen. Hier nun erstmal eine Leseprobe zur ersten Ausgabe:

Chaos in Uruguay

Der Fußballverband Uruguays, die AUF, hat international den Ruf, nach dem peruanischen der größte Chaosverband Südamerikas zu sein. Dieser Ruf sollte sich in der Apertura 2008 bestätigen. Am 16. November, nach dem Spitzenspiel des zehnten Spieltages, Danubio gegen Nacional (1:0) kam es zu Ausschreitungen zwischen Spielern und Fans beider Vereine auf dem Spielfeld. Als Konsequenz wurde die Liga ausgesetzt und erst zweieinhalb Wochen später fortgesetzt. Ursprünglich sollten alle Spiele gleichzeitig angesetzt werden, damit sich Fangruppen nicht an spielfreien Tagen auflauern können, jedoch konnte sich das TV durchsetzen – der zerstückelte Spieltag wurde beibehalten. In diesen zwei Wochen fand nahezu keine Kommunikation von der AUF statt – bei Vereinen, Spielern und Fans herrschte völlige Ahnungslosigkeit ob oder wann und wie es weitergeht.

Es ging also nach einiger Zeit weiter wie gehabt – die Liga war spannend wie selten: Am 13. Spieltag, drei Spieltage vor Schluss hatten sechs Klubs noch Chancen auf den Meistertitel. An diesem 13. Spieltag wurde auch das große Clásico gespielt: Peñarol gegen Nacional. Nacional konnte sich dank eines schmeichelhaften Elfmeters mit 1:0 durchsetzen und dank eines Patzers vom Konkurrenten Danubio hatte Nacional nun – zwei Spieltage vor dem Ende einen Punkt Vorsprung. Der nächste Spieltag fand unter der Woche statt, da die Liga aufgrund der Pause unter Zeitdruck stand. Das unglaubliche passierte dort: Nacional verliert mit 0:2 vor heimischem Publikum – Danubio spielt nur unentschieden gegen Central Español. Danubio und Nacional punktgleich an der Spitze. Einen Spieltag vor Schluss. Genau wie in Argentinien wird in Uruguay auch ein Finale ausgetragen – alles blickte nach Montevideo zum letzten Spieltag. Besonders pikant: Danubio muss bei dem Erzfeind von Nacional antreten – gegen die Schwarz-Gelben von Peñarol. Nacional muss bei Central Español antreten, der Mannschaft die Danubio einen Spieltag zuvor ein Unentschieden abgetrotzt hatte.

Und was macht der Verband: Einige wenige Medien erhalten drei Tage vor dem letzten Spieltag eine Mail, dass die Liga erneut suspendido – unterbrochen wird. Grund: Die Polizei kann nicht für die Sicherheit bei den Spielen sorgen.

Seitdem gibt es wieder keinerlei Kommunikation. Auch die Vereine wissen nichts – sie müssen täglich damit rechnen, dass der Verband sie auffordert, dass am Folgetag der letzte Spieltag ausgetragen wird. Die Medien rechneten damit, dass der letzte Spieltag zwischen Weihnachten und Silvester ausgetragen wird, aber der Verband schweigt. Noch immer schweigt der Verband – es gibt keine Informationen. Wir haben das Jahr 2009 und die Saison ist noch nicht zu Ende. Es fehlt noch der letzte Spieltag – und ein wahrscheinliches Finale.

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